13.10.2007
Franklin Templeton Investments: Mutual Series: Die Vorteile des Aktionärsaktivismus
Köln, den 13.10.2007 (Investmentfonds.de) - Vor über zehn Jahren war Aktionärsaktivismus
vor allem in den Vereinigten Staaten verbreitet. Heute gibt es in aller Welt – zum
Beispiel auch in Japan – Beispiele dafür, dass heimische Unternehmen mehr Bewusstsein
für die Notwendigkeit einer Steigerung des Shareholder Value entwickeln. Gleichzeitig
sorgen Aktionärsbeschlüsse in Japan, die sich in diesem Jahr nach Recherchen
der Nikko Citigroup verdoppelt haben, für mehr Defensivität der Unternehmen.
Besonders bemerkenswert war die jüngste Rückenstärkung des obersten Gerichtshofs
für eine Abwehrstrategie des japanischen Nahrungsmittelunternehmens Bull-Dog
Sauce gegen eine Übernahme durch den US-Hedge-Fonds Steel Partners.
Aktionärsaktivismus kann mehr schaden als nutzen, wenn er aus eigennützigen Gründen
oder kurzfristigen Interessen heraus erfolgt.
Die Rating-Agentur Moody’s kam in einer Studie zu dem Schluss, dass kurzfristige Aktionärsaktivisten die Bonität der Zielunternehmen unterhöhlen können – vor allem,
wenn sie auf eine Aufspaltung des Unternehmens oder den Verkauf von Vermögenswerten
drängen oder wenn der Aktivismus zu untragbaren Dividendenerhöhungen, einer aggressiveren
Wachstumsstrategie oder einer stärker fremdkapitallastigen Finanzstrategie führt.
Bei Mutual Series mischen wir uns ein, wenn wir sehen, dass das Management
nicht im besten Interesse des Unternehmens und der Aktionäre handelt. Ein Beispiel
dafür ist Sovereign Bancorp. 2005 wollte die Bank aus Philadelphia ohne
Billigung der Aktionäre eine andere lokale Bank mit Preisaufschlag übernehmen und
fast 20 % ihrer Anteile an der spanischen Grupo Santander verkaufen. Da wir mit
5 % in Sovereign engagiert waren, wollten wir unserer Meinung Gehör verschaffen.
Obwohl die Transaktion am Ende doch über die Bühne ging, war durch unser Eingreifen
sichergestellt, dass in der Chefetage nichts routinemäßig durchgewinkt wurde.
Ein weiteres Beispiel ist unsere Beziehung zum Management des norwegischen
Mischkonzerns Orkla, in dem Mutual Series-Fonds seit mehreren Jahren mit größeren
Positionen engagiert sind. Im Laufe der Zeit haben wir das Management von
Orkla aktiv aufgefordert, nicht zum Kerngeschäft gehörende Sparten auszugliedern
und sich auf besonders wachstumsintensive Beteiligungen zu konzentrieren. Wir
haben freudig verfolgt, wie Orkla seinen Anteil an der Brauerei Carlsberg abstieß,
und beinah noch freudiger, wie der Konzern Erlöse an die Aktionären zurückgab.
Im Fall des französisch-spanischen Tabakkonzerns Altadis, der jüngst einer Übernahme
durch Imperial Tobacco zustimmte – Mutual Series-Fonds sind wohlgemerkt in
beiden Unternehmen in erheblichem Umfang engagiert –, fanden wir es angebracht,
die Aushandlung möglichst günstiger Bedingungen für einen Zusammengang
dem Verwaltungsrat und dem Management von Altadis zu überlassen. Altadis entschied
sich für Imperial und gegen einen Private-Equity-Investor.
Diese Entscheidung dürfte nach unserem Dafürhalten Kosten senken und beide Unternehmen
in eine bessere Ausgangsposition zur Erschließung neuer Märkte bringen.
Um Wert freizusetzen, müssen sich Aktionärsaktivisten auf Unternehmen konzentrieren,
deren Vermögenswerte weit mehr wert sind, als der Markt anerkennt, und deren Management
nicht die angemessenen Schritte unternimmt, um diese Wertlücke zu schließen.
Wenn wir bei Mutual Series feststellen, dass ein Unternehmen, in dem wir maßgeblich
investiert sind, nicht optimal agiert, dann weisen wir darauf hin. Wir drängen auf
konstruktive Veränderungen, die dem Unternehmen und auch den langfristigen Interessen
unserer Anteilsinhaber zugute kommen.
Quelle: Investmentfonds.de